NDS: DS LINKER TEST
Kategorie: NINTENDO DS / DS LITE



Autor: dawn2k
Hersteller: http://www.dslinker.cn
Preis: ab EUR 90 (inkl. 2GByte internem Speicher)
Plattform: NDS (alle Varianten)
Produkt: Slot-1-Adapter mit internem Speicher
Erhältlich u.a. bei: www.konsolenprofis.de

Vorwort:

Obwohl die Flashkarte in vielen Variationen schon eine ganze Weile auf dem Markt ist, fehlte bis jetzt noch ein Test dazu. Das Testmuster wurde mir freundlicherweise von den Konsolenprofis bereitgestellt. Herzlich Dank dafür.

Entgegen den meisten anderen aktuellen Flashern für den Nintendo DS setzt diese Karte auf einen internen NAND-Flash-Speicher(das heißt, es sind keine Speichererweiterungen durch z.B. MicroSD-Speicherkarten möglich) und ist in den Größen von 8G(Bit) und 16G(Bit) erhältlich. Die Speichergröße ist allerdings ein Sache, von der man sich als „Einsteiger“ allerdings nicht verwirren lassen sollte, denn der „reale Speicher“ beträgt nur 1 bzw. 2GByte. Diese etwas irritierenden Angaben sind an sich leicht zu erklären: 16GigaBit hört sich einfach viel größer an, als 2 GigaByte, und Nintendo benutzt auch dies Größenagabe.


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So, aber nun zum Test:


Features wie vom Hersteller angegeben (freie Übersetzung):

*Adapter hat die Größe einer originalen Spiele-Cartridge
*Kein FlashMe, kein PassMe und kein Umwandeln von Spielen nötig
*Direktes Booten vom DS-Slot
*Eingebauter Speicher
*Direkte Unterstützung von Clean-ROMs
* Mehrere Spiele auf einer Karte werden unterstützt
* Hardware-Unterstützung wie normale USB-Sticks, Drag'n Drop kompatibel
*Moonshell(Multimediaplayer) wird unterstützt
*Kompatibel mit NDS und NDS-Lite

In der Verpackung findet man die DS Linker Karte, einen GBA-Adapter und ein USB-->MiniUSB Kabel. Leider wurde hier, wie bei den meisten Flashlinkern keine Beschreibung oder Software vom Hersteller beigelegt. Auf dem Karton befindet sich der beinahe profane Link zur Herstellerwebseite, auf der üblicherweise die Updates von Firm- und Software zu finden sind.
Die Konsolenprofis haben zwar netterweise eine selbstgestaltete deutsche Anleitung beigelegt, allerdings kann man nicht davon ausgehen, dass dies auch jeder andere Shop macht.


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Den DS Linker an sich gibt es in den Farben schwarz und weiß, und der GBA-Adapter ist sowohl in der Größe eines Originalspiels als auch in „Lite-Größe“ vorhanden. Die Verarbeitung des SLOT2-Adapters ist top(siehe Bild), der SLOT1(DS)-Adapter lässt sich leider nicht ohne weiteres öffnen, da er von innen verklebt ist, und da es keine Ersatzgehäuse vom Hersteller gibt, wird es hiervon vorerst keine Bilder geben.


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Das Aufspielen von Homebrew und Backups ist dadurch, dass die Karte wie ein USB-Stick funktioniert ein Kinderspiel:

1.DS Linker in den DS-Slot
2.GBA Adaper in den GBA-Slot
3.GBA Adaper per USB-Kabel mit dem PC verbinden
4.DS einschalten, DS Linker booten und USB-Modus auswählen

Das kopieren der Software geschieht dann per Drag-and-Drop, das heißt einfach die gewünschten Roms auswählen, und auf den Flasher kopieren.
Durch den internen NAND-Speicher und da man auf Umwegen(über den GBA-Adapter) auf die Karte schreibt, werden dabei leider geringere Datendurchsatzraten erzielt als bei einer normalen Speicherkarte. Dafür lässt sich die Performance beim Spielen von Backups NICHT von Originalspielen unterscheiden.

Das Updaten der Firmware gestaltet sich als ebenso einfach:

1.Firmware von der Herstellerseite herunterladen
2.Dateien und auf den DS Linker kopieren
3.DS Linker booten und die neue *.NDS Datei starten
4.Update bestätigen

Das Formatieren des DS Linkers gestaltet sich da ein wenig schwieriger.
Beim Startem des NDS sind die Tasten „Runter“+ „L“ + „R“ + „Start“ + „Select“ zu drücken, im Menü dann zusätzlich noch die Taste „A“ um den Flasher zu booten. Diese Prozedur erfordert schon ein wenig Fingerakrobatik.
Im Menü kann man dann zwischen einer schnellen Formatierung(Quick Format) – ca. 30sek bis 2Min - und einer vollständigen Formatierung(Full Format) - ca. 10Min bis 20Min - wählen. Danach müssen die Systemordner und Dateien der aktuellen Firmware wieder aufgespielt werden. Falls keine der beiden Varianten hilft, gibt es ein PC-Tool, das im alternativen Firmwarepaket der Herstellerseite zu finden ist. Dieses funktioniert im Gegensatz zum DS Linker an sich(der durch die USB-Stick-Erkennung unter fast jedem Betriebssystem arbeitet, also auch unter Linux, BSD und MacOS) leider nur unter Windows. (Bilder: DS Linker unter Debian Lenny und in Windows XP - als virtueller Rechner)


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Navigiert wird im Menü wahlweise mit den Tasten, oder mit dem Touchscreen – einfach das gewünschte Rom markieren und starten. Zudem wird der Speichertyp der aktuellen Software automatisch erkannt, kann aber – sollte es zu Fehlfunktionen kommen – manuell geändert werden. Auch die Soft-Reset Funktion, die den Nutzer nach dem Spielen eines Backups ohne den DS aus- und wieder einzuschalten wieder in das Hauptmeü des Flashers bringt, trägt erheblich zum Spielekomfort bei. Dazu einfach die Tasten „A“+ „B“+ „X“+ „Y“ + „L“+ „R“ gedrückt halten.
Der DS Linker bietet keine eingebaute Cheatfunktion wie etwa der CycloDS, was ich sowohl positiv, als auch negativ sehe.


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Wie bei den meisten anderen Flashkarten auch, ist die Oberfläche beim DS Linker ziemlich leicht anzupassen. In den „dsystem“-Ordner müssen lediglich 2 Bitmap-Dateien kopiert werden. Dabei stellt die Datei „c-file.bmp“ den Hintergrund für den oberen Bildschirm und die Datei „desktop.bmp“ den Hintergrund für den unteren Screen dar.

Einstellungen wie zum Beispiel zur Personalisierung der Scrolleiste sind in der Datei „global.ini“ vorzunehmen, die im selben Ordner wie die Hintergrundbilder liegt.
Leider zeigt der DS Linker keine Ordner an, was die Navigation bei vielen Dateien unter Umständen ziemlich schwierig machen kann.


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Die Kompatibilität des Flashlinkers lässt kaum Wünsche offen. Zwar ist es wie bei allen anderen SLOT1-Karten auch nicht möglich GBA-Rom zu starten, dafür ist eine 99%ige Kompatibilität zu DS-Roms vorhanden. Alle Spiele, die ich getestet habe liefen ohne jegliche Probleme - auch die bekannten „Problem-ROMs“. Diese müssen nur auf den DS Linker kopiert werden, und werden dann im laufenden Betrieb(bei Starten einer Datei) gepatcht. Diese Prozedur dauert im Regelfall 1-3 Sekunden, und wird vom Anwender normalerweise kaum wahrgenommen.


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Auch lässt sich der Flasher unter (fast) jedem aktuellen Betriebssystem verwenden. Ob Windows 2000, XP oder Vista, Linux-Distributionen wie Debian(und Derivate wie Ubuntu), SUSE, RedHat und co. oder Unix Systeme wie BSDs oder MacOS auf einem Rechner laufen, ist vollkommen egal – alle kommen mit dem Linker klar.
Neuere Homebrew-Dateien werden mit einer halbwegs aktuellen Firmware, ähnlich wie auch die kommerziellen Spiele, on-the-fly gepatcht, wenn sie DLDI(Zugriff auf das Dateisystem einer Speicherkarte) benötigen. Das Feature funktioniert an sich beinahe perfekt, doch meistens so extrem langsam, das man denkt, dass das aktuelle Programm abgestürzt ist.


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Bilder: DS Linker im Vergleich zu anderen Modulen

Eine zusätzliche Eigenheit des DS Linkers ist, dass dieser von einigen Herstellern nachgebaut wird, wobei auch der Flasher an sich nur eine „Kopie“ ist der N-Card ist.
Viele Firmen bieten den DS Linker mit ihrem Aufdruck an, obwohl die Hardware stets die Selbe ist. So kommt es, dass sich zur Zeit in deutschen Shops etliche Varianten dieser Flashkarte tummeln.
DS Fire Link, Express Card, Ultra Flash Pro EX und der Neoflash MK5 GIGA sind die bekanntesten davon, doch es gibt noch weit mehr. Auch eine deutsche Firma(deren Webseite ich leider nicht mehr finde) vertreibt eine dieser nachgemachten Flashkarten mit ihrem Aukleber, und auch die Koreaner haben ihren eigenen Typ – den „Moon Media Player“.
Im Gegensatz zu anderen Baugleichen Flashkarten(siehe zum Beispiel auch M3 DS Simply <--> R4 DS) wird hier aber nicht versucht die (wenn auch nur leicht) modifizierte Firmware anderer Hersteller zu blocken, was ich als einen sehr großen Pluspunkt sehe. Aus diesem Grund nutze ich auch die Firmware des Neoflash MK5, da diese meiner Meinung nach besser gepflegt wird und auch teilweise (in englisch und nicht in chinesisch) dokumentiert ist.


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In dem Softwarepaket, in dem die reguläre Neoflash Firmware zu finden ist, sind noch 3 Dateien, die die Funktionen des DS Linkers um einiges erweitern. So macht es ein ROM möglich Flashkarten anderer Anbieter(wie zum Beispiel Supercard SD oder M3 Perfect CF) zu starten. Die beiden Anderen verwandeln den DS kurzerhand in ein Gamepad oder eine Maus, wenn der GBA-Adapter mit dem PC verbunden ist – allerdings habe ich beides nur unter Windows zum Laufen gebracht.


POSITIV

#Originalgröße des Adapters
#Kein FlashMe oder PassMe nötig
#Direktes Booten vom DS-Slot
#Eingebauter Speicher ist relativ groß
#Direkte Unterstützung von Clean-ROMs
#Mehrere Spiele auf einer Karte werden unterstützt
#Per Drag'n Drop kompatibel zu allen aktuellen Betriebssystemen
#Firmware anderer Hersteller nutzbar
#Gute Verarbeitung
#Leicht bedienbar (Touchscreen Navigation)
#DLDI Autopatching
#Speichertyp wird automatisch erkannt

NEGATIV

*Keine Unterstützung von Speicherkarten zur Speichererweiterung
*Datendurchsatzrate beim Kopieren geringer als bei vergleichbaren Adaptern
*Keine Ordnernavigation im Menü
*Keine native Cheatfunktion
*Speicherplatzangabe für Einsteiger eventuell verwirrend
*Keine Austauschgehäuse vom Hersteller


FAZIT

Der DS Linker ist eine sehr guter, wenn auch mitunter ziemlich langsamer Flashlinker. Für jede Gruppe von Nutzern(egal ob Einsteiger oder Profi) ist er leicht zu benutzen. Durch Funktionen wie DLDI-Autopatching und Soft-Reset ist ein hoher Bedienkomfort vorhanden.
Der wichtigste Pluspunkt liegt meiner Meinung nach aber in der Kompatibilität zu aktuellen Betriebssystemen und der Firmware anderer Hersteller.
An seine Grenzen gelangt der DS Linker allerdings beim Speicherplatz, denn der interne Speicher lässt sich nicht erweitern.